Neugraben-Fischbek – ein Stadtteil verändert sich

Um etwa 100.000 Menschen wird  die Bevölkerung unserer Stadt in den nächsten 10 Jahren wachsen. Der Senat und die Bezirke haben im neuen „Vertrag für Hamburg“ vereinbart, dass in den kommenden Jahren 10.000 Wohnungen jährlich von den Bezirken genehmigt werden, damit sowohl die Wohnungssuchenden in Hamburg als auch die hinzuziehenden Neubürgerinnen und –bürger eine Chance haben, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Auch Harburg wird Teil dieser Entwicklung sein und sich verändern. Dabei wird Neugraben-Fischbek der Stadtteil sein, der von dieser Entwicklung am meisten beeinflusst werden wird. Das Neubaugebiet Vogelkamp (NF65) nördlich des Neugrabener Bahnhofs ist bereits in der Vermarktung des 3. Bauabschnitts. Am Ende werden dort etwa 1.500 Wohnungen und Häuser entstanden sein. Im Neubaugebiet Fischbeker Heidbrook (NF 66) – ehemals Röttiger-Kaserne – hat die Vermarktung der attraktiven Einfamilienhausgrundstücke ebenfalls begonnen.

Schließlich wird nach Abschluss des städtebaulich-landschaftspflegerischen Realisierungswettbewerbs Fischbeker Reethen nun das Bebauungsplanverfahren (NF 67) mit dem Ziel beginnen, möglichst schnell die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in Fischbek nördlich der B73 und südlich der Bahnlinie eine „Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“ zügig entstehen kann. Zwischen 1.800 und 2.200 Wohnungen werden vorwiegend in Mehrfamilienhäusern und Reihenhäusern aber auch in Einfamilienhäusern entstehen. Davon wird ein Anteil von 50% als öffentlich geförderter oder in einer anderen Form bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen. Zugleich wird dieses Quartier entlang der Bahnlinie Gewerbeflächen für Handwerk, Produktion und Innovation erhalten, um dem mit der wachsenden Bevölkerung Hamburgs ebenfalls wachsenden Arbeitsmarkt auch zukünftig ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.

Wenn die Entwicklung der 3 Baugebiete abgeschlossen ist, wird sich die Bevölkerung Neugraben-Fischbeks um etwa 50% von heute 27.000 auf etwa 40.000 erhöht haben.

Diese Entwicklung bietet große Chance auch für das in die Jahre gekommene Neugrabener Zentrum, das seit vielen Jahren im Fokus von Bezirksverwaltung und Bezirkspolitik steht. Das in den 60er Jahren geplante und gebaute Zentrum entspricht im Hinblick auf Aufenthaltsqualität, Branchenmix und baulicher Struktur nicht mehr den heutigen Anforderungen. Mit der Aufnahme des Neugrabener Zentrums als RISE-Gebiet in die soziale Stadtteilentwicklung wurden zwar mit dem Quartiersmanagement und dem Quartiersbeirat Instrumente und Gremien geschaffen, die eine Aufwertung des Neugrabener Zentrums unter Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner zum Ziel hatten.

Mit dem aktuellen Umbau des Marktplatzes und der demnächst erfolgenden Ansiedlung eines weiteren Vollsortimentes wird die Attraktivität des Zentrums zudem wieder zunehmen.

Dennoch ist nicht zu übersehen, dass die bisweilen mangelnde Attraktivität und Aufenthaltsqualität des Zentrums auch mit der baulichen Struktur der Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre errichteten Gebäude zusammenhängen. Die maßgeblichen Bebauungspläne Neugraben-Fischbek (NF) 1, NF32 und NF35 stammen aus den Jahren 1963, 1969 und 1972. Die darin enthaltenen Festsetzungen sind nicht mehr zeitgemäß, sowohl was die Art der Nutzung angeht, die Wohnen in diesem Bereich (mit Ausnahme des Bebauungsplans NF60 aus dem Jahr 1995 entlang der B73) nahezu ausschließt und auch beim Maß der möglichen Bebauung heutigen Maßstäben im Hinblick z.B. auf die Geschossanzahl nicht entspricht.

Dementsprechend gibt es Bereiche vor allem zwischen Marktpassage und Neugrabener Bahnhofstraße, die von ein- und zweigeschossiger Bebauung geprägt sind, obwohl in diesen Bereichen eine dichtere und höhere Bebauung dem Zentrum mehr städtebauliche Qualität verleihen könnte.

Die Bezirksversammlung hat daher in seiner Sitzung am 27. September 2016 auf Antrag der SPD-CDU-Koalition beschlossen, die vor einigen Jahren begonnene Rahmenplanung wieder aufzunehmen, mit dem Ziel, das alte Baurecht zu erneuern und im Neugrabener Zentrum vor allem zwischen Marktpassage und Neugrabener Bahnhofstraße die Möglichkeit zu einer neuen baulichen Entwicklung zu geben, bei der im Erdgeschoss neue Läden und Gastronomie zum Verweilen einladen und in den Obergeschossen Wohnungen entstehen können.

Neugraben-Fischbek wird sich in den kommenden Jahren verändern. Nun kommt es darauf an, die Veränderung zu gestalten und positive Impulse mitzunehmen zum Nutzen der „neuen“ wie der „alten“ Neugrabenerinnen und Neugrabener.

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